Private Wetterstation Kalkriese

Lat.: 52° 24' 26" Nord • Long.: 8° 04' 41" Ost • Höhe: 57 m ü. NN
Samstag, 13. Juni 2026 • 13:56:33 (UTC+2)

Wettervorhersage externer Anbieter



Bodenanalysekarten und Synoptische Übersichten

Luftdruck - Fronten - Wetter

Nordatlantik - Europa
 
 
Nordatlantik - Europa


Quelle: Deutscher Wetterdienst, Quelldatei bearbeitet und eigene Angaben ergänzt.




SXEU31 DWAV 130800

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Samstag, den 13.06.2026 um 08 UTC


GWL und markante Wettererscheinungen:
GWL: Nordwest zyklonal (NWz)

Wetter: Unbeständig mit Schauern vor allem in der Nordosthälfte und einzelnen
Gewittern. Dabei sehr windig, allerdings mit nachlassender Tendenz. Meist kühl,
nur im Südwesten warm.

Synoptische Entwicklung bis Montag 24 UTC
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Am heutigen Samstag... liegt Deutschland im Bereich einer westnordwestlichen
Höhenströmung zwischen einem Höhenhoch über der Iberischen Halbinsel und einem
Höhentief über der nördlichen Nordsee. Dabei wird das Wetter von einem
Kurzwellentrog beeinflusst, der heute Mittag von der Nordsee heranzieht und dann
rasch über den Norden des Landes hinwegschwenkt. Der Süden wird dabei von den
Hebungsprozessen nicht erfasst. Bodennah weitet sich ein Tief vom Skagerrak bis
nach Südschweden aus, während sich eine Hochdruckzone von den Alpen bis zur
Keltischen See erstreckt.

Zwischen diesen beiden Systemen liegt Deutschland im Bereich eines für die
Jahreszeit recht kräftigen Druckgradienten (13 hPa zwischen Basel und Rügen), so
dass heute mit dem Tagesgang der Westwind recht böig wird und abgesehen vom
Südwesten verbreitet steife Böen zu erwarten sind. Vor allem in Verbindung mit
Konvektion und an den windexponierten Küsten sind auch stürmische Böen zu
erwarten. Der 850 hPa-Wind, der über dem Norden vielfach mit 75 km/h im Mittel
unterwegs ist, erlaubt auch eine vereinzelte Sturmböe. Auch auf den höheren
Bergen sind Böen in dieser Größenordnung zu spüren.

Zusammen mit dem oben erwähnten Kurzwellentrog gelangt heute Mittag auch eine
Kaltfront in den Nordwesten Deutschlands, die den Norden mit der kräftigen
Strömung recht rasch überquert, die aber nur langsam nach Süden vorankommt und
über der Mitte ins Schleifen gerät. Damit verstärkt sich der thermische Gradient
über Deutschland noch: Während in den Norden maritime Polarluft (In 850 hPa 3
bis 4°C) einfließt, hält sich im Süden eine erwärmte Polarluft (mPs) mit 12 bis
14°C in 850 hPa.

Das Wetter gestaltet sich im Süden unter etwas zunehmendem Hochdruckeinfluss
zunehmend freundlich. Dort ziehen die letzten Schauer ab und es setzt sich
zeitweise die Sonne durch. Zur Mitte hin wird es deutlich wolkiger, aber in
recht stabiler Schichtung bleibt es weitegehend trocken. Im Norden wird hingegen
durch den Tagesgang und im Bereich des Troges die Schichtung etwas labilisiert,
so dass die Schauer wieder zunehmend und insbesondere im Bereich der Kaltfront
staffelartig durchziehen können. Rückseitig des Troges stabilisiert aber die
Schichtung in der mittleren Troposphäre schon wieder deutlich. Selbst im
Trogbereich ist die Schichtung oberhalb 600 hPa recht stabil, so dass die
Schauer kaum 5 km Höhe erreichen und damit auch nur etwa -10 bis -15°C, was
allenfalls für einzelne Gewitter reicht. Mit hoher Zuggeschwindigkeit, aber auch
dem entsprechenden niedertroposphärischen Wind und guter Scherung steht bei den
Begleiterscheinungen, wie oben erwähnt, vor allem der Sturm auf der Karte.

Im sonnigen Süden, in Verbindung mit der recht warmen Luftmasse, sind allgemein
Höchstwerte zwischen 25 und 27°C zu erwarten, am Oberrhein auch bis 29°C. In der
Mitte sind es vielfach um oder über 20°C, während man im Norden mit kühlen 17
bis 20°C vorlieb nehmen muss, an der Nordsee sind es teils nur um 15°C.

In der Nacht zum Sonntag schwenkt ab Mitternacht ein weiterer Kurzwellentrog
über Norddeutschland hinweg. Dabei verlagert sich der Kern des Höhentiefs in die
Ostsee. Im Süden fächert der Gradient unter Hochdruckeinfluss etwas auf, so dass
dort der Wind deutlich abnimmt. Im Nordosten verstärkt sich der Gradient
hingegen noch etwas, allerdings nimmt der Wind tagesgangsbedingt trotzdem
deutlich ab, so dass im Binnenland zwar noch mäßiger bis frischer Wind auftreten
kann, aber keine warnwürdigen Böen mehr erwartet werden. An den Küsten bleibt es
aber bei steifen, in exponierten Lagen stürmischen Böen. Da auch der
niedertroposphärische Wind etwas nachlässt, nehmen die Böen auf den etwas Bergen
ab.

Nachdem in der ersten Nachthälfte die Schauer im Norden zunächst nachlassen,
verstärken sie sich mit dem Aufzug des Troges ab Mitternacht wieder. Vereinzelt
können ganz im Norden (dort ist es unter durchschwenkender Höhenkaltluft etwas
labiler) einzelne Gewitter auftreten, sonst bleibt es bei Schauern. Viele Wolken
ziehen auch über die Mitte hinweg, wo es aber bei stabiler Schichtung weiterhin
meist trocken bleibt. Im Süden ziehen ebenso einige Wolken durch, aber zeitweise
ist der Himmel auch länger klar.

Die Frühtemperaturen liegen allgemein zwischen 14 und 8°C.


Am Sonntag... zieht das Höhentief weiter Richtung Baltikum. Über Deutschland
bleibt bei leichtem Rückgang des Geopotentials die zyklonale Höhenströmung
bestehen, es zieht aber tagsüber kein markanter Höhentrog mehr durch. Über den
Britischen Inseln liegt ein Höhenkeil. Das oben beschriebene Hoch gliedert sich
einem Grönlandhoch an, so dass sich ein markanter Hochkeil von Grönland bis
Frankreich erstreckt. Zusammen mit dem Bodentief über dem Baltikum kann damit
die maritime Polarluft noch weiter nach Süden vordringen. Die 5°C-Isotherme der
850-hPa-Temperatur erreicht dabei in etwa den Main, am Hochrhein halten sich
aber noch wacker 12°C.

Bezüglich der Druckniveaus bleibt es bei dem mittlerweile recht schwachen
Gradienten über dem Südwesten, während sich im Nordosten der Gradient nur recht
wenig abschwächt. Mit dem Tagesgang kann deswegen in der gesamten Nordosthälfte
der westliche Wind wieder deutlich aufleben, so dass dort verbreitet mit steifen
Böen zu rechnen ist. In Schauernähe können auch weiterhin stürmische Böen
auftreten. Im Südwesten lebt der westnordwestliche Wind ebenso etwas auf, dort
liegen aber die Böen um Bereich 5 bis 6 Bft, so dass der Wind dort zwar immer
noch spürbar ist, aber nicht warnwürdig. Auch auf den Bergen gibt es teils noch
steife, vereinzelt exponiert auch stürmische Böen, die aber wohl nicht mehr
bewarnt werden müssen. Der Brocken und der Fichtelberg, wo auch noch Sturmböen
möglich sind, sollten aber noch eine Warnung erhalten. Dies trifft auch auf die
Alpengipfel zu, die in einer strammen westnordwestlichen Strömung liegen und
Sturmböen abbekommen können. Eventuell reicht es auch im höheren Alpenvorland zu
einzelnen steifen Böen.

Mit mäßig kalter Luft in der Höhe herrscht im gesamten Nordosten auch leichte
Labilität, so dass im Tagesverlauf zahlreiche Schauer auftreten können,
allerdings mangels markanter Hebungsantriebe und bei viel weniger Scherung
deutlich unorganisierter als am Vortag. Einzelne Gewitter können natürlich auch
wieder dabei sein, diese können bei etwas weniger stabiler Schichtung in der
mittleren Troposphäre auch höher reichen als am Vortag und vor bei weiterhin
flottem Höhenwind einzelne Sturmböen bringen, oder auch kleinkörnigen Hagel.
Starkregen ist in der recht kühlen Luftmasse und bei flotten
Zuggeschwindigkeiten kein großes Thema.

Auch im Alpenbereich, in der warmen Luftmasse, kann sich im Tagesverlauf CAPE
aufbauen und es können sich einzelne Gewitter entladen. Dort ist bei mehr
Feuchteangebot auch Starkregen nicht ausgeschlossen. Abgesehen davon, gibt es
ganz im Süden auch einen recht sonnigen Streifen, während es zur Mitte hin unter
einer markanten Inversion (je nach Region zwischen 750 und 600 hPa) recht viel
Quellbewölkung gibt, es aber überwiegend schauerfrei bleibt.

Mit der Temperatur geht es in den meisten Regionen etwas runter: In der gesamten
Nordhälfte werden nur 17 bis 19°C erreicht, an der See bleibt es kühler. Im
Süden sind es meist knapp über 20°C, die 25°C-Marke wird nur noch am südlichen
Oberrhein und Hochrhein überschritten.

In der Nacht zum Montag zieht von der Nordsee her wieder ein markanter
Kurzwellentrog herein, der über die Mitte südostwärts schwenkt und am Morgen
schon Tschechien erreicht. Mit ihm wird noch einmal etwas Geopotential abgebaut.


Zudem bringt er vorübergehend noch etwas labiler geschichtete Luft bis in die
Mitte des Landes. Die Schaueraktivität soll aber im Norden des Landes
tagesgangsbedingt nachlassen und auch mit Durchzug des Troges bis in die Mitte
und den Süden nur schwach aufleben, so dass es zwar in fast allen Regionen mal
einen schwachen Schauer geben kann, aber insgesamt nicht viel Regen vom Himmel
fällt.

Überwiegend verläuft die Nacht aber bewölkt, nur ganz im Süden kann es größere
Wolkenlücken geben.

Der Wind lässt vor allem tagesgangsbedingt wieder etwas nach und schläft im
Süden unter dem Hochkeil fast ganz ein. Auch im Norden braucht es bei mäßigem
Wind keine Windwarnungen mehr. Lediglich an den Küsten weht der Wind noch frisch
mit starken bis steifen Böen, so dass bei auflandigem Wind noch Warnungen
ausgegeben werden müssen. Auf den Bergen schwächt sich der Wind auch wieder ab.

Mit Tiefstwerten zwischen 12 und 6°C wird die Nacht noch etwas kühler als die
Vornacht.


Am Montag... schwächt sich das Höhentief über dem Baltikum langsam ab. Von
Westen nähert sich der Höhenrücken schon etwas an, seine Achse erreicht am Abend
schon die westliche Nordsee. Bodennah schwächt sich sowohl der Hochkeil als auch
das Tief über dem Baltikum etwas ab, so dass der Gradient über unserem Land
etwas schwächer wird. Insbesondere gerät der gesamte Südwesten des Landes unter
den Keil, so dass dort mit tagsüber auflebendem Wind dieser nur noch schwach bis
mäßig aus West kommt. Im Nordosten ist dagegen der Gradient noch einmal stark
genug, dass es tagsüber zu einzelnen steifen Böen aus Westnordwest kommt. An den
Küsten gibt es noch verbreitet steife Böen, in exponierten Lagen (abgesehen vom
äußersten Westen) auch noch einzelne stürmische Böen. Auf den Bergen spielt der
Wind keine große Rolle mehr.

Schauer können sich bei leichter Labilität noch im Nordosten und an den Alpen
bilden, einzelne Gewitter können auch noch dabei sein. Ansonsten trocknet die
Luft unter leichtem Absinken etwas ab und zwischen 800 und 700 hPa ist meist
eine schwache Inversion zu finden, so dass Schauertätigkeit meist unterdrückt
wird.

Die Grenzschicht ist aber noch ausreichend feucht, so dass sich unterhalb der
Inversion reichlich Quellbewölkung bildet - wenn nicht eh schon Schichtbewölkung
da ist - und damit in vielen Regionen die Sonnenanteile gering bleiben. Nur im
Süden und Südwesten wird es wie gehabt etwas freundlicher mit deutlich mehr
Sonnenanteilen.

An der Temperaturverteilung ändert sich nicht viel: Die kühle Luftmasse greift
weiterhin bis weit in den Süden Deutschlands aus, ganz im Süden hält sich aber
noch Warmluft. Die Temperaturen verteilen sich meistens zwischen 17°C im Norden
und 23°C im Süden, am südlichen Oberrhein bis 26°C.

In der Nacht zum Dienstag nähert sich von Westen her der Höhenrücken an und das
Geopotential steigt deutlich an. Bodennah weitet sich der Einfluss des nunmehr
sehr flachen Hochs aus, nach Nordosten hin bleibt aber noch etwas stärkerer
Gradient bestehen, so dass dort der Wind noch mäßig aus West weht und an den
Küsten noch steife Böen auftreten.

Unter Absinken lockern die Wolken auf und es bleibt trocken. In den Frühstunden
nähert sich aber von Westen schon wieder die nächste Warmfront mit
mehrschichtiger Bewölkung, westlich des Rheins kann schon erster Regen
einsetzen. Meist kühlt es auf 11 bis 5°C ab, nur im Westen bleibt es etwas
milder.


Modellvergleich und -einschätzung
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Die vorliegenden Modelle simulieren die Lage weitgehend übereinstimmend. Leichte
Unterschiede zeigen sich noch bei dem Kurzwellentrog in der Nacht zum Montag,
der je nach Modell unterschiedlich stark simuliert wird und bei IFS z.B. etwas
später. Generell gibt es leichte Unterschiede in der Prognose der Ausdehnung der
Schauer, was aber nicht warnrelevant ist.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl.-Met. Peter Hartmann



S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Samstag, den 13.06.2026 um 10.30 UTC



Erst mäßig warm und leicht wechselhaft. In der Folge von Südwesten eine sich
rasch aufbauende Hitzewelle.
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Synoptische Entwicklung bis zum Samstag, den 20.06.2026


Was für eine Spannung bei der nun anstehenden Mittelfrist, bezogen auf die
treibenden Protagonisten. Die Mittelfrist per se scheint recht überschaubar zu
verlaufen, mit einem sich einstellenden Temperaturniveau, das man sich heute
noch nicht so richtig vorstellen kann/möchte.

Gerne kann der nun folgende Abschnitt übersprungen werden, wo wir etwas genauer
schauen, wieso es zur aktuellen Entwicklung während der nun anstehenden
Mittelfrist kommt. In dem Fall darf man zum Abschnitt "AKTUELLE MITTELFRIST"
springen.


Steigen wir nun in die Materie ein und beginnen kurz mit einem Rückblick, was
wir letzten Montag für die Entwicklung in der damals erweiterten (und nun
aktuellen) Mittelfrist erwartet hatten:

"Somit erscheint aktuell eher eine stetige Zunahme des Geopotenzials über
Süd-/Südwesteuropa am wahrscheinlichsten, wobei wir am Nordrand gelegen eher von
kurzwelligen Anteilen touchiert werden. Dabei ist noch unsicher, wieviel Energie
jeweils in die flankierenden Langwellentröge gebracht wird, [...]. Das Potenzial
für eine längere Hitzewelle nach der Monatsmitte ist besonders für Südwest- und
wohl auch Westeuropa gegeben, mit noch größeren Unsicherheiten, wie stark auch
wir davon betroffen sein werden."

Wie sieht es nun aus? Über Südwest- und Westeuropa baut sich eine Hitzewelle auf
und die Verteilung der Energie in die, den Keil flankierenden Tröge wird nun
mittlerweile besser erfasst. Dabei fand besonders beim Trog über Nordosteuropa
eine stetige Korrektur in Form fallenden Geopotenzials statt, mit immer
kräftigeren negativen Anomalien zur Hintergrundklimatologie. Diese Entwicklung
hat zur Folge, dass uns dieser Trog etwas länger (als letzten Montag angenommen)
mit einer kühlenden nordwestlichen Strömung beeinflusst. Diese Option wurde aber
damals auch durch die Unsicherheiten hervorgehoben.

Ansonsten fällt weiterhin auf, dass die zonal gemittelten Zonalwinde (bei rund
60 Grad Nord) in 150 hPa Höhe teils deutlich unter dem Klimamittel liegen und
für den Monatswechsel Mai/Juni gar Rekordwerte beim Minimum aufwiesen (inklusive
einer Windumkehr) - wie schon oft erwähnt stellt dies eine Mischung aus dem
Nachhall der dynamischen finalen Erwärmung beim Polarwirbel in der Stratosphäre
dar und der daraus erwachsenden Möglichkeit, dass sich Störungen amplifizierend
in wiederholt hochreichende Abschwächungs- bzw. Blockierungsphasen entwickeln
können. Dies war zum letzten Monatswechsel der Fall und scheint erneut markant
um den 20. Juni herum eintreten zu wollen.

Diese Störungen kann man wiederum beim Betrachten der vertikalen Eliassen-Palm-
(EP-)Flüsse gut ausmachen, die wiederholtes Rossbywellenbrechen mit EP-Fluss
Konvergenzen hervorrufen und die gemittelte Zonalwindgeschwindigkeit im
außertropischen Sektor anhaltend schwächen. Auch hier ist ein neuer Anlauf einer
weiteren Verringerung der Zonalwindgeschwindigkeit um den 20. Juni herum
auszumachen und wird bei der Vorhersage des Zonalwindes in 150 hPa mit einem
wilden an- und abschwächen der Windgeschwindigkeit quittiert, teils erneut in
den Bereich der Windumkehr. Unter dem Strich dauern die Bedingungen für sehr
schwache Zonalwinde als "background" die Mittelfrist und auch darüber hinaus
weiter an. Diese Entwicklung wird im Zeit-Längendiagramm des IFS-ENS mit einem
nahezu quasi-stationären Wellenzug quittiert und greift man sich
deterministische Lösungen heraus (wo die Glättung mit der Zeit nicht so ins
Gewicht fällt), dann erkennt man gar retrograde Verlagerungstendenzen (teils
kaschiert durch Aufbrechen in kurzwellige und dadurch temporär progressivere
Anteile).

Doch es wird leider etwas diffuser, denn trotz der genannten schwachen
Zonalwindumgebung zeigt ein Blick auf den Nordpazifik, dass dort ein 170 kt
Höhenjet (rund 2 Standardabweichung über der Hintergrundklimatologie liegend)
ostwärts zieht und dessen Energie rasch ostwärts nach Kanada und in der Folge
(nach der Monatsmitte) in den Nordatlantik transferiert wird. Beim Blick auf die
zonalen Wellenflüsse erkennt man, dass diese Energie vom Hochland von Tibet/dem
Himalaya erzeugt und seit Tagen zügig ostwärts geführt wurde
(Keil/Trogstruktur). Die hohen Windgeschwindigkeiten beim Polarfrontjet
entspringen aus derselben Region, wo es vor einigen Tagen eine ausgeprägte
Bodendruckanomalie gab, die einem positiven "mountain torque" Ereignis
entspricht, was wiederum durch Impulsverteilung die Energie in den Zonalwind
transferiert (ausführlicher in früheren Mittelfristberichten beschrieben). Man
erkennt also, dass ein zonal gemittelter Zonalwind solche lokalen Maxima
kaschiert, die jedoch von Bedeutung sind, da sie per Energietransfer z.B. uns in
der Mittelfrist im Nordatlantik beeinflussen. Schon spannend, wenn man bedenkt,
dass die Ursache auf der anderen Seite der Weltkugel zu finden ist.

Diese Prozesse beschreiben nun unsere und die anstehende erweiterte Mittelfrist,
denn mit einem stationären Muster der Rossbywellen können sich Blockierungslagen
entwickeln. Die Frage ist nun, wieviel der Energie von Westen in Form eines
ausgeprägten Langwellentroges vor den Toren Westeuropas transferiert wird
(dominant äquatorial ausgerichtete zonale Wellenflüsse), oder ob diese zonal
gerichtet Nordeuropa mit kurzwelligeren Troganteilen beeinflussen und das eher
progressive Verhalten kurzwelliger Troganteile stützen. Dies hat Einfluss
darauf, wie amplifiziert sich eine Antizyklone über Südeuropa bis nach
Mitteleuropa ausweiten kann. Auf jeden Fall ermöglichen die nun in den
westlichen Nordatlantik gerichteten Wellenflüsse einen Abbau der Schichtdicke im
östlichen Bereich, was in der Folge von dem sich entwickelnden Langwellentrog
vor Westeuropa ausgenutzt wird.

Dass so eine Antizyklone über Südwesteuropa etabliert wird war schon letzten
Montag abzusehen. Störungsfreie Advektion (sehr) PV-armer Luftmassen aus
Nordafrika, die in die Antizyklone advehiert werden und diese nicht nur
kräftigen, sondern jegliche Zonalverlagerung weiter verringern. Im Kern wirkt
der am Montag bereits ausführlich beschriebene "heat dome" Effekt, sodass nur
noch die Frage bleibt, wie ausgeprägt der Trog vor Westeuropa ausfällt. Dies
würde die letzte Komponente hinzufügen und den "heat dome" Effekt verstärkten
(kurz: Advektion von hohen Absolutwerten an feuchter statischer Energie (u.a.
auch in Form hoher PWT Anomalien) in die Nordflanke der Antizyklone). Daher ist
es entscheidend, wie kräftig die negative Anomalie vor Westeuropa ausfällt.

Was sagt uns das alles nun. In der Mittelfrist wird eine blockierende
Höhenantizyklone über Südwest- nach Mitteleuropa aufgebaut und als Keil mit
hohen Abweichungen zur Hintergrundklimatologie polwärts gerichtet aufgespannt.
Wie/wohin sich die Keilachse entwickeln wird hängt von der Advektionskomponente
ab und die wiederum von der Ausprägung des Langwellentroges vor Westeuropa. Es
deutet aber vieles auf eine intensive Hitzewelle für Südwesteuropa hin, die wohl
auch Westeuropa zu einem großen Teil betrifft. Sie scheint sich zudem auch nach
Mitteleuropa auszuweiten. Hier nehmen die Unsicherheiten aber zu, wie stabil das
ganze aufgebaut wird, was durch die unsichere Ausrichtung der
Wellenflussvektoren von Westen ausgelöst wird. Es ist auch zu erkennen, dass die
Numerik Probleme mit dem hochbaroklinen Rand des thermischen Keils hat und daher
wiederholt Zyklogenesen neu ansetzt, was sich erneut auf die Geometrie des Keils
auswirkt. Je nach Ausrichtung der Wellenflüsse kann es auch für Mitteleuropa
eine intensive/anhaltende Hitzewelle werden (von einigen Membern mit deutlich
über +20 Grad in H85 gezeigt, wenngleich aber in der Minderheit), oder aber
zügig in eine erneut westlich dominerte Phase mit einem markanten
Nord-Südgefälle kippen.

Noch kurz ein Wort zur ENSO. Die am letzten Montag erwarteten Wellenflüsse vom
ostpazifischen Sektor konnten sich nicht so entwickeln wie erwartet, was vor
allem an der regen Konvektionsaktivität über Nordamerika lag (siehe die von der
NOAA vorhergesagten und bewarnten zahlreichen markante Gewitterlagen). Das war
auch durch wiederholte und teils nennenswerte Korrekturen bei den Inkrementen im
IFS-ENS zu erkennen. Ein weiterer Grund (wenngleich dieser auch erwartet wurde)
war das rasche Abschwächen der regen Konvektion im Ostpazifik nach Passage der
MJO/Kelvinwelle. Diese sich in Teilen Europas nun aufbauende Hitzewelle hat nach
Meinung des Verfassers bisher wenig mit dem Einfluss der sich entwickelnden
warmen ENSO zu tun, deren Einfluss jedoch zum Spätsommer (besonders August)
zunehmen dürfte.


AKTUELLE MITTELFRIST (Dienstag, den 16. Juni bis Samstag, den 20. Juni)


Doch schauen wir nun auf die anstehende Mittelfrist, die sich zwar immer weiter
aufheizt, aber eben noch mit Unsicherheiten behaftet ist, wie intensiv und
anhaltend diese Erwärmung von Südwest nach Nordost ausfällt.

Am Dienstag setzt im Zuge einer sich von Westen nähernden Kurzwelle (und in der
Nacht zum Mittwoch auch deren Passage) kräftige WLA ein, sodass die
Temperaturwerte in 850 hPa von 6 bis 13 Grad (Nordost nach Südwest) sukzessive
auf 9 bis 17 Grad steigen. Dies geht tagsüber mit ausgedehnter WLA-Bewölkung,
zahlreichen Schauern und vielleicht dem einen oder anderen kurzen Gewitter über
dem Norden/der Mitte der Republik einher. Die Niederschläge beschränken sich im
Zuge einer sich von Westen nähernden Kaltfront in der Nacht zum Mittwoch mehr
auf den Nordwesten von Deutschland. Derweilen sorgt eine erste und noch eher
seichte Keilpassage im Rest der Republik für stabile Verhältnisse. Besonders im
Süden verläuft der Tag freundlich oder sonnig und meist trocken, sieht man von
einem abendlichen Schauer- und Gewitterrisiko an den Alpen ab.

Am Mittwoch zieht ein kräftiges Tiefdruckgebiet von Schottland in Richtung
Europäisches Nordmeer und wird an seiner Südflanke von einem 125 kt Höhenjet
begleitet (bis zu 3 sigma Abweichung zur Hintergrundklimatologie), der sich über
die südliche Nordsee legt. Somit stellt sich eine zyklonal geprägte Westströmung
ein mit einem leicht antizyklonalen Touch über Süddeutschland.
Während über Norddeutschland wiederholt Niederschlagsgebiete ostwärts
durchziehen und peripher der zunehmend schleifenden Kaltfront teils auch länger
anhalten, sind am Südrand der Niederschläge auch einzelne Gewitter nicht
ausgeschlossen (nördliche Mitte betreffend).
Im Süden bleibt es freundlich oder sonnig und trocken.

Zum Donnerstag zieht die Kaltfront unter Abschwächung in Richtung Main/Donau und
gerät unter steigenden Luftdruck. Sie fällt im Norden am Vormittag noch mit
dichteren Wolkenfeldern auf, die in der kühlen und leicht labil geschichteten
Meeresluft postfrontal entstehen und auch der Nähe der aktiven und zonal
ausgerichteten Frontalzone geschuldet sind. Im Süden dominiert weiterhin der
Sonnenschein. Ob es am Alpenrand für einen abendlichen Schauer bzw. ein Gewitter
reicht, ist fraglich. Das Nord-Süd-Temperaturgefälle nimmt in 850 hPa auf 5 bis
18 Grad von Nord nach Süd zu.

Freitag und Samstag stehen aus heutiger Sicht weiterhin im Zeichen einer
mächtigen Keilaufwölbung mit stetig steigender Schichtdicke und T85 Werten am
Freitag zwischen 11 und 20 Grad, am Samstag zwischen 16 und 22 Grad und bis zum
Montag im äußersten Süden teils auf um 24 Grad ansteigend.
Was auffällt ist allerdings, dass der Keil bezüglich Schichtdicke (trotz
Anstiegs) nicht besonders kräftig aufgestellt ist, was sich auch in 500 hPa
durch eine vergleichsweise überschaubare Milderung zeigt. Das riecht nach
konvektionsanfälligen Bedingungen bei Überhitzung bzw. der Option, den Keil
tangierender oder gar passierender Kurzwellen, was ebenfalls Gewitter fördern
könnte. Ein kurzer Blick auf Vorhersagesoundings bestätigt diese Konstellation
mit üppigen MUCAPE Vorhersagen jenseits der 2000 J/kg, sodass alleine aus der
thermodynamischen Sicht deftige Aufwinde möglich sind. Unter dem Strich sollte
man also nicht überall von einer störungsfreien Hitzewelle ausgehen. Näheres
dann sicherlich in folgenden Übersichten.

Die Höchsttemperaturen teilen wir der bimodalen Verteilung während der
Mittelfrist ein in einen Norden und Süden.

Im Norden liegen die Maxima im Zustrom teils modifizierter subpolarer Meeresluft
am Dienstag bis Donnerstag zwischen 18 und 24 Grad - hier und da mit einem
Sommertag garniert. Ab Freitag breitet sich hier zunehmend sommerliche Wärme von
Süden aus mit Maxima zwischen 20 und 28 Grad.

Im Süden beginnen wir ebenfalls noch im mäßig warmen Bereich von 18 bis 24 Grad,
allerdings besonders den Oberrhein entlang auch bereits mit sommerlichen 25 bis
29 Grad. In der Folge breitet sich dann von Südwesten die Hitze Tag für Tag in
den gesamten Süden und bis zur Mitte der Republik aus, was zunehmend
hochsommerlich warmes bis heißes Wetter zur Folge hat. Die Maxima liegen am
Freitag/Samstag die Oberrhein-Rhein-Main-Schiene bereits bei über 35 Grad.

Die Minima verbleiben anfangs zwischen 16 und 11 Grad, können in der Nacht zum
Freitag im Nordosten auf 9 Grad zurückgehen und kennen ansonsten zum kommenden
Wochenende nur eine Richtung: stetige Milderung bis hin zu üppigen
Tropennächten, wobei diese je nach Bewölkung und orografischem Input verbreitet
und deutlich ausfallen können.

Der Westwind könnte zum Donnerstag im äußersten Norden (je nach Lage der
Frontalzone) eine (exponiert stürmische) Rolle spielen, ansonsten kommt er ohne
Warnrelevanz mal mehr aus Nordwest, mal her aus Südwest (was von der genauen
Druck-/Geopotenzialgeometrie abhängt).

In der erweiterten Mittefrist dauert die intensive Hitze bis einschließlich
Montag weiter an, wobei die Maxima im Süden, der Mitte und zunehmend auch im
Osten der Republik über 35 Grad ansteigen. Aktuelle recht trockene
Bodenfeuchteanalysen im Südwesten bis nach Unterfranken, die stetig zunehmende
Schichtdicke und ggf. dynamische Kompression in der Nähe einer Front lassen auch
die 40 Grad, die im aktuellen det. Output im Südwesten hier und da zu finden
ist, nicht unrealistisch erscheinen. Die Gewitteranfälligkeit wäre, Stand heute,
im Westen und Norden am höchsten, dann natürlich mit Unwetterpotenzial.
Allerdings sei nochmal auf den Umstand hingewiesen, dass noch unsicher ist, wie
robust der Keil nordwärts ausgreift - wenigstens für den Südwesten stehen die
Zeichen aber recht unisono auf "intensive Hitze".

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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Während der letzten 3 Modellläufe hat sich die Mittelfrist über eine recht gute
Modellkonsistenz eingestellt. Nachdem seit dem gestrigen 00Z Lauf für den
kommenden Mittwoch die progressive Bodentiefpassage von Schottland ostwärts nach
Norwegen erkannt wurde, wird nun ein eher zonal geprägter Mittwoch angedeutet
(wenigstens für den Norden und die Mitte von Deutschland). Allerdings ergeben
sich im Ensemble des IFS weiterhin größere Unsicherheiten, wie schnell das
Bodentief ost-/nordostwärts zieht und wie kräftig es ausfällt, was mit einer
zonal ausgedehnten Memberwolke hervorgehoben wird.

In der Folge wölbt sich dann ein umfangreicher Keil über Mitteleuropa auf, der
bezüglich seiner Keilachsenausrichtung noch etwas variabel vorhergesagt wird.
Zudem wird die Tendenz eines kräftigen und im Verlauf teils abtropfenden
Langwellentroges vor Westeuropa beibehalten, die den Keil stützt.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen


Innerhalb der internationalen Modellkette ergeben sich zum Mittwoch noch
Diskrepanzen in Form eines GFS Modells, dass von der progressiven
Bodentiefpassage gen Norwegen weiterhin nichts wissen möchte und die
Höheströmung an dem Tag antizyklonaler ausfällt.
In der Folge weitet sich auch hier unisono ein kräftiger Keil über Mittel- und
Südwesteuropa nordwärts auf.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen


Die Clusteranalyse beginnt am Dienstag noch mit zwei Clustern und dem
klimatologischen Regime der positiven NAO. Dabei befinden wir uns in beiden
Clustern im antizyklonal geprägten Bereich eines zonal ausgerichteten
Rossbywellenzuges. Dass der Keil im Norden/über der Mitte eine leicht
wechselhafte Witterung nicht unterdrücken kann, wurde bereits weiter oben
beschrieben. Die Unterschiede in beiden Clustern sind für Deutschland gering.

In der Folge verbleiben wir bei zwei Clustern, wobei der Kontrolllauf (wie auch
zuvor) im ersten Cluster verweilt. Dieser wechselt beim klimatologischen Regime
von "NAO positiv" zu "Blockierung", während das Regime im zweiten Cluster
durchweg auf "positiver NAO" bleibt. Progressiv ist bei uns aber gar nichts,
denn es baut sich peu a peu eine immer kräftigere Blockierung mit Zentrum über
Mitteleuropa auf. Anfangs kann die rege Frontalzone dem Norden noch einen
wechselhaften Abschnitt bescheren, was aber auch im zweiten Cluster nur noch in
stark abgeschwächter Form der Fall wäre.

Von Samstag bis Montag dominiert bei zwei Clustern die Blockierung mit einer
umfangreichen und kräftigen Antizyklone über Mitteleuropa. Deren Geometrie (vor
allem die polwärtige Aufwölbung) ist aber noch Unsicherheiten unterworfen -
besonders über dem Süden und wohl auch der Mitte der Republik dominiert aber
hohes Geopotenzial.

In der erweiterten Mittelfrist würde es mit nur einem Cluster weiterhin sehr
blockierungsfreudig zugehen, wobei die Antizyklone über Mitteleuropa zögernd
abgeschwächt wird - es riecht hier aber nach einem unterdispersiven Verhalten
des Ensembles.

Die Meteogramme sprechen eine recht eindeutige Sprache: eng gebündelte "box and
whisker plots", mit einem stetigen Anstieg auf über 30 Grad beim Tmax und
zunehmend auch mit tropischen Minima.
Was auffällt ist, dass der Kontrolllauf im Norden und Osten zeitweise im unteren
Interdezilbereich zu finden ist und somit deutlich kälter als das ENS. Das liegt
wohl daran, dass das ENS die Dynamik aus dem Kontrolllauf mit der regen
Zyklogenese über dem Europäischen Nordmeer nicht erkennt oder nicht so mitträgt.
Hier muss noch geschaut werden, wer sich durchsetzt (was in den letzten Tagen
aber meist der Kontrolllauf gewesen ist). Ab dem 22. Juni nehmen die
Unsicherheiten deutlich zu.

Wiederholte Niederschlagsspitzen deuten auf ein latentes Gewitterrisiko hin, was
aber von so vielen, teils noch nicht absehbaren Faktoren gesteuert wird, dass
eine detaillierte Beschreibung jetzt noch keinen Sinn macht.

Die Rauchfahnen sind leider erneut noch nicht aktualisiert, wären aber besonders
zum Ende des kommenden Wochenendes von Interesse z.B. wie stark die
Memberstreuung ausfällt.

Beim GEFS ergibt sich ein ähnliches Verhalten bei Temperatur und Niederschlag,
wobei im ENS zum Ende des kommenden Wochenendes insgesamt ein stetiger Rückgang
der Temperatur auszumachen ist - allerdings mit erheblicher Streuung der Member.
Das zeigt die Unsicherheiten, die das Modell mit dem hoch baroklinen Rand der
Antizyklone bzw. dem thermischen Keil hat.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


Beim WIND können am Donnerstag im Umfeld der Küsten einzelne stürmische Böen
(Bft 8) aus West nicht ausgeschlossen werden.

In der Folge steht dann die HITZE im Vordergrund, die sich im EFI ab Donnerstag
von Südwesten immer weiter aufbaut und nordwärts ausweitet. Nach der
verhältnismäßig kühlen/mäßig warmen Witterung der vergangenen Tage und dem
anstehenden raschen Temperaturwechsel sowie der zu erwartenden geringen
Abkühlung in den Nächten deutet sich besonders für den Südwesten (ggf. bis zur
Mitte ausgreifend) eine Hitzewelle mit erhöhtem "impact" an, wo (besonders den
Oberrhein entlang) von Mittwoch an Maxima über 30 Grad, ab Freitag über 35 Grad
zu erwarten sind. Diese Hitze betrifft zum kommenden Wochenende ganz
Süddeutschland, die Mitte und ggf. auch den Osten.

Das GEWITTERpotenzial ist noch schwer abschätzbar, da u.a. abhängig von
Kurzwellenpassagen, doch baut sich im Verlauf der Mittelfrist ausreichend MUCAPE
auf (über 2000 J/kg), dass alleine aus der thermodynamischen Sicht heraus mit
sehr kräftigen und wohl auch unwetterartigen Gewittern zu rechnen ist (Hagel,
Sturmböen, Starkregen). Die Konfiguration (stationärer Wellenzug, ggf.
aufbauende Randlage der Antizyklone) gibt aber eine längere Phase mit
(über)regional erhöhtem Gewitterpotenzial besonders für den Norden und die Mitte
her. ________________________________________________________

Basis für Mittelfristvorhersage
GEFS, IFS, IFS-ENS, angepasstes MOSMIX
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. Helge Tuschy


Quelle: Deutscher Wetterdienst