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Quelle: Deutscher Wetterdienst, Quelldatei bearbeitet und eigene Angaben ergänzt.
SXEU31 DWAV 291800
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Freitag, den 29.08.2025 um 18 UTC
SCHLAGZEILE:
Am Samstag sehr lokal Gewitter, dabei stellenweise Starkregen nicht ganz
ausgeschlossen.
Synoptische Entwicklung bis Sonntag 06 UTC
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Aktuell ... haben Tiefdruckgebiete das Wettergeschehen in Deutschland übernommen
und wahrscheinlich bleibt das mindestens bis weit in die kommende Woche auch so.
Der Hochsommer hat sich damit fast passend zum am Montag beginnenden
meteorologischen Herbst aus Deutschland verabschiedet.
Im Detail ist am heutigen Freitagabend in den Höhenwetterkarten ein
Langwellentrog präsent, der sich von Island bis zum Löwengolf erstreckt, womit
die leicht negativ geneigte Achse noch westlich von Deutschland liegt. Auf der
Vorderseite des Trogs wird in einer südsüdwestlichen Strömung teils feuchte Luft
nach Deutschland gelenkt. Dabei zieht aktuell ein Kurzwellentrog über dem
Nordosten Deutschlands ab, sodass die Konvektion dort alsbald nachlässt, die
Wolken zum Teil auflockern und lokal Nebelbildung einsetzt.
Konvektion gibt es aktuell auch über dem südöstlichen Bayern. Die dortigen
Schauer und Gewitter sind aus den Alpen heraus reingezogen und auf PVA in der
leicht flatternden Südwestströmung zurückzuführen. Die Niederschläge halten in
der Nacht zum Samstag gebietsweise an, werden aber aufgrund des fehlenden
Tagesganges und nachlassender PVA zunehmend skalig.
Im Südwesten und Westen sind ebenfalls Schauer und Gewitter aufgekommen, die mit
dem sich annähernden, durch eine Abtropfung Richtung zentrales Mittelmeer aber
verlangsamenden Haupttrog zusammenhängen. Schauer und Gewitter breiten sich bis
zum Morgen etwa bis auf eine Linie Nordfriesland - Ostwestfalen -
Rhein-Main-Gebiet - Schwäbische Alb aus, wobei sie ebenfalls mit den gleichen
Gründen wie im Südosten mehr und mehr an Substanz verlieren.
Bleibt noch zu erwähnen, dass bei meist nur schwachen Winden um Süd die
Temperaturen auf 16 bis 10°C sinken.
Samstag ... überquert das Residuum des weiter abtropfenden Langwellentrogs
Deutschland, wobei sich seine Wellenlänge verkürzt. Hebungssignale sind nur
spärlich vorhanden, Labilität und CAPE bis 500 J/Kg jedoch vorhanden. Die PPW's
betragen 20 bis 25, im Osten bis 30 mm. Mögliche Konvektion ist bei rund 600 hPa
gedeckelt, womit zwar Schauer auf dem Programm stehen, Gewitter aber vermutlich
in der Minderheit bleiben. Als Begleiterscheinungen können bei diesen
Bedingungen sehr lokal Starkregen und steife Böen Bft 7 auftreten. Am ehesten
wird Gewitterpotenzial für den Nordosten und Süden angedeutet.
Im Südosten ist zudem am Vormittag noch der Regen aus der Nacht unterwegs, der
ab dem Mittag allerdings auch dort in Konvektion übergeht.
Nach dem Durchgang der Trogachse stabilisiert die Schichtung, zumal von Westen
her ein Rücken nachschiebt, der auch noch von WLA überlaufen wird. Die WLA sorgt
in den Abendstunden für den Aufzug mittelhoher und hoher Bewölkung, während
sonst zwischen den Schauern zeitweise die Sonne scheint.
Das treibt die Temperaturen auf Höchstwerte von 18 bis 25°C.
Der Wind weht schwach bis mäßig um West und frischt bei Schauern und an der
Nordsee zuweilen auf.
In der Nacht zum Sonntag erreicht uns der Rücken, dessen Achse am Sonntagmorgen
auf einer Linie Südschweden - Alpen ankommt.
Mit dem fehlenden Tagesgang lassen Schauer und Gewitter rasch nach und die
Wolken zeigen größere Lücken.
Die den Rücken überlaufende WLA erfasst ganz Deutschland, sodass sich die
mittelhohe und hohe Bewölkung weiter nach Osten und Südosten ausbreitet.
Hinter dem Rücken gerät Deutschland bereits wieder auf Vorderseite eines neuen
Trogs knapp westlich und nordwestlich der Britischen Inseln. Dieser Trog ist
achsensenkrecht dazu mit dem neuen Bodentief ULRICH verbunden, dessen Zentrum
Sonntagmorgen knapp 400 km westlich der Nordwestspitze Schottlands liegt. ULRICH
fungiert fortan als steuernden Zentraltief, es hat sich außerdem die Reste des
Ex-Tropensturms FERNAND einverleibt und mausert sich im weiteren Verlauf zu
einem Sturmtief. Seine teilokkludierte Kaltfront steuert in den Morgenstunden
den Westen Deutschlands an und bringt etwas Regen mit (Regenmengen 0,5 bis 5
l/m²).
Der Wind weht meist nur schwach um Süd, frischt zum Morgen hin mit leichter
Gradientverschärfung im Nordwesten aber ein wenig auf, ohne Warnrelevanz zu
erlangen.
Die Temperaturen gehen auf 17 bis 10, bei längerem Aufklaren bis auf 7°C zurück.
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Synoptische Entwicklung bis Montag 06 UTC
Sonntag ... Hinsichtlich der Frühübersicht gibt es mit dem neuesten Lauf des
ICON von 12 UTC keine neuen Erkenntnisse.
Die über dem Westen schleifende, in der Nacht zum Montag nur langsam nach Osten
vorankommende, teilokkludierte Kaltfront bringt zeitweise Regenfälle bis zum
Montagmorgen. Der neueste Lauf zeigt weiterhin eine Intensivierung der
Regenfälle nur südwestlich von Deutschland über Frankreich und der Schweiz.
Weitere Details können der Frühübersicht entnommen werden.
Modellvergleich und -einschätzung
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Die Modelle simulieren abgesehen von bei Konvektion üblichen Abweichungen sehr
ähnlich. Für die Nacht zum Montag haben sich die meisten Modelle mittlerweile
angeglichen, warnwürdige Regenmengen verbleiben voraussichtlich außerhalb von
Deutschland.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Simon Trippler
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Freitag, den 29.08.2025 um 10.30 UTC
Weiterhin wechselhaft und mäßig warm.
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Synoptische Entwicklung bis zum Freitag, den 05.09.2025
In der neuen Woche setzt sich die wechselhafte und mäßig warme Südwestlage mit
hoher Wahrscheinlichkeit nahtlos fort. So bleibt sowohl die Blockade über
Südosteuropa, vor allem aber der sich stetig regenerierende Tiefdruckkomplex
über den Britischen Inseln in übereinstimmenden Berechnungen treue Begleiter.
Am Montag zunächst liegt das steuernde Tief mit einem Kerndruck nahe 980 hPa bei
den Hebriden. An dessen Südwestflanke wird eine neue Welle mit einbezogen, die
das Gesamtkonstrukt vital hält. Über Deutschland befindet sich eine weitgehend
strömungsparallele, thermisch ziemlich verwaschene Okklusion mit schwachem
Kaltfrontcharakter, wobei die postfrontale einfließende Atlantikluft mit T850
von ca. 8°C natürlich alles andere als kalt ist. Im Vorfeld lagert über der
Osthälfte noch eine leicht gealterte, in tieferen Luftschichten etwas
abgetrocknete xSp mit T850 zwischen 10 und 13°C.
Die "Front" besitzt also schleifenden Charakter, was auch mit einem Tief
zwischen den Balearen und Sardinien zu erklären ist, durch das sie
zurückgehalten wird. So kommt es primär in einem breiten Streifen von der
Nordsee bis nach Ostfrankreich und der Schweiz zu länger anhaltenden
Regenfällen, in die teilweise auch Starkregensegmente und/oder Gewitter
eingelagert sein können. Da PPW's sind mit über 30 mm weiterhin ziemlich hoch
und auch die Scherung (hauptsächlich Geschwindigkeits-) ist mit > 20 m/s
beachtlich. Die Labilität ist aber im Frontbereich beschränkt, präfrontal ist
die Schichtung stark gedeckelt. Allerdings muss man bereits jetzt festhalten,
dass zum 1. Mittelfristtag schon erhebliche Unterschiede in der genauen
Positionierung der Front bestehen (siehe Modellvergleich). Von Vorpommern bis
nach Niederbayern bleibt es voraussichtlich noch weitgehend trocken und sonnig
bei spätsommerlichen 25 bis 29°C. Im Regen liegen die Temperaturen um 20°C und
damit auch nicht wirklich im kühlen Bereich.
Am Dienstag schwenkt der Ausläufer unter Abschwächung ostwärts und erreicht
spätestens jetzt auch Oder, Neiße und untere Donau. Postfrontal folgen einzelne
Schauer nach. Im Vorfeld eines markanten, in den Englischen Kanal schwenkenden
Kurzwellentroges, in den am Boden auch die einstige Welle (inzwischen profundes
Tief) eingelagert ist, beruhigt sich das Wetter in weiten Landesteilen durch
kompensatorisches Absinken vorübergehend und die trockenen und heiteren Phasen
nehmen zu. Am längsten regnet es scherungsbedingt noch am Alpenrand, da sich
über Oberitalien inzwischen das Mittelmeertief eingenistet hat. Je nach Timing
sind aber auch von der Lausitz bis zum Oderhaff noch kräftige, teils gewittrig
durchsetzte Regenfälle zu erwarten. Die Höchstwerte liegen zwischen 18 und 24°C.
Von Mittwoch bis Freitag wiederholen sich die beschriebenen Muster und Abläufe
mehr oder weniger, wobei die stärkste Wetteraktivität mit den "aufprallenden"
neuen Randtiefs eindeutig westlich von uns über den Britischen Inseln und
Frankreich stattfindet. Gleichwohl überqueren Randtröge und eingelagert schwache
Störungen auch Deutschland unter Abschwächung ost-nordostwärts. Damit ist bei
uns vielleicht nicht der ultimative Hebungsantrieb und die größte Dynamik
verbunden, die Luftmasseneigenschaften sowie der leicht schleifende Charakter
der durchziehenden Störungen machen in Kombination mit der Jahreszeit aber
weiterhin teils gewittrige Starkniederschläge zumindest regional nicht
unwahrscheinlich. Für nähere Details dazu ist es selbstredend noch zu früh. Am
Temperaturniveau ändert sich derweil wenig. Auch die Nächte bleiben mit vielfach
15 bis 10°C vergleichsweise mild.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Das generelle Strömungsmuster wird bis einschließlich Freitag nächster Woche
recht laufübergreifend intakt wiedergegeben. Der Teufel liegt wie so häufig im
Detail. Bei der Front am Montag wurde im Vergleich zum gestrigen 0z Lauf
deutlich an Fahrt rausgenommen und Niederschläge betreffen kaum mehr die Ost-,
sondern vielmehr die Westhälfte.
Durch die gut ausgeprägte Frontalzone und den Einbezug tropisch angehauchter
Tiefs mit sehr energiereichen Luftmassen sind unliebsame "Überraschungen" in
Form großflächiger Starkniederschläge oder auch Sturmfelder durchaus im Bereich
des Möglichen, wenngleich letzteres für UK, Frankreich und Benelux deutlich
wahrscheinlicher als für Deutschland ist.
Je nach Aufsteilen der Strömung sind vor allem auf Basis der jüngsten 2 Läufe am
Montag im Osten und am Donnerstag im Süden durchaus nochmal heiße Tage mit Tmax
> 30°C möglich.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen
ICON bleibt zwar im 0z Lauf noch bei der östlichen Variante am Montag,
Geopotential und Bodentrog weisen aber laufübergreifende eine starke Tendenz mit
Rückzug nach Westen auf. Es ist deshalb unter Berücksichtigung der übrigen
Modelle davon auszugehen, dass in Sachen Niederschlägen am Montag von Vorpommern
bis zum östlichen Alpenrand nicht allzu viel passiert.
Ansonsten ähneln sich die Berechnungen mit den handelsüblichen Unschärfen der
durchschwenkenden Randtröge, was zu mal mehr mal weniger intensiven Regenfällen
führt.
Auffällig ist jedoch, dass es immer mal wieder sehr fiese Lösungen mit sehr
bissigen Randtiefs gibt, die vereinzelt auch das Vorhersagegebiet bei uns
erreichen (Zugrichtung vom Englischen Kanal in die Deutsche Bucht). Derzeit ist
vor allem der 0z Lauf vom UK10 so ein Kandidat, bei dem es am Donnerstag von NRW
bis nach Bremen und Hamburg verbreitet zu Sturmböen um 80 km/h kommen würde. Das
muss man durchaus im Auge behalten.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen
RAUCHFAHNEN:
Bei den Temperaturen tut sich wenig. Kurzum: Auf ähnlichem Niveau dürfte es auch
in der Mittelfrist weitergehen mit mäßig warmen und damit in etwa der Jahreszeit
entsprechenden Temperaturen zwischen 20 und 25°C. Ausreißer sind wenn dann eher
nach oben und vor allem im Süden und Osten zum Montag und Do/Fr zu erwarten,
wobei gerade zum Ende der Mittelfrist die Unsicherheiten auch bei der
Temperaturentwicklung deutlich ansteigen. So wächst der Spread beispielsweise in
Passau ab Do auf bis zu 15K in 850 hPa mit einer kleinen Mehrheit jedoch bei der
heißen Variante mit T850 > 15°C, die aber wahrscheinlich nicht sehr nachhaltig
wäre (nur ein kurzer Peak).
Bei den Niederschlägen stechen vor allem die kräftigen Ausschläge am Montag im
Westen ins Auge. Aber auch sonst geht es den Rest der Woche landesweit recht
"zappelig" weiter mit meist rund 5 mm / 24h im Mittel.
CLUSTER:
Die Trogvorderseite bleibt uns mit den 3 gebildeten Clustern in Übereinstimmung
bis zum Ende der Mittelfrist erhalten. Dabei wird durch Ausweitung des
Westeuropatroges nach Süden der Potentialaufbau über Osteuropa allerdings
sukzessive verstärkt. Das führt beim Übergang in die erweiterte Mittelfrist zu
einem beachtlichen Blocking, wobei sich das schwächere Zentrum über Südosteuropa
mit dem über Westrussland bis zur zentralen Arktis reichenden Block zu einer
Brücke zusammenschließt.
Die Tendenzen gehen daher ab übernächstem Wochenende (07.09.) zu
Abtropfprozessen und einer insgesamt retrograden Verlagerung des hohen
Geopotentials westwärts. Die niederschlagsreiche Periode könnte damit ihr
vorläufiges Ende erfahren, zumindest ist das derzeit das wahrscheinlichste
Szenario - ohne nennenswerte Temperaturänderung.
FAZIT:
Zunächst wenig Wetteränderung. Wechselhaft und mäßig warm, lokal noch immer
Starkregengefahr und einzelne Gewitter, zumindest zeit- und gebietsweise nass.
Ab übernächstem Wochenende könnte es wieder zu meist trockenem Wetter
umschlagen.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
STARKREGEN/GEWITTER:
Am Montag gibt es in der Westhälfte schwache Hinweise auf regionalen Starkregen
mit Mengen zwischen 20 und 40 l/qm binnen weniger Stunden. Zum Nachmittag und
Abend nehmen auch im Allgäu die Hinweise für Starkregen zu, der aus sich
zusammenschließenden Gewittern resultiert.
Im restlichen Mittelfristzeitraum bleibt die Luftmasse zwar sehr feucht und
anfällig für Starkregenereignisse, genauere Hinweise findet man in den
Ensemblevorhersagen derzeit aber noch nicht. Für Details dafür ist es ohnehin
noch zu früh, bzw. verschmieren die Strukturen noch zu sehr.
STURM:
Bisher sind es nur Einzellösungen, aber Potential für großflächige Sturmböen
insbesondere im Nordwesten Deutschlands ist ab Wochenmitte durchaus gegeben. Die
derzeitigen Ensembles (einschließlich KI-Produkte) geben aber noch keine
ernstzunehmenden Signale darauf.
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Basis für Mittelfristvorhersage
IFS, IFS-EPS, Mos-Mix
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. Robert Hausen
Quelle: Deutscher Wetterdienst